Von Nisthilfen und Ohrwürmern
 
 

 

Nisthilfe Gartenarche



Nisthilfen für Bienen und Wespen, Florfliegen und Ohrenkneifer

Neben den Altholzhaufen fördern wir mit speziellen Nisthilfen die Ansiedlung von Insekten. Dies gilt vor allem für die Hautflügler (Hymoptera), zu denen die Bienen, Hummeln und Faltenwesepen zählen, die Netzflügler (Planipennia), zu denen z. B. die Florfliegen gehören und die Ohrwürmer (Dermaptera), zu denen die so genannten Ohrenkneifern gehören.

Die meisten Bienen- und Wespenarten bilden keine Staaten, sondern leben einzeln  solitär). Die Weibchen bauen Brutröhren in morschem Holz, alten Zaunpfählen, Hohlstängeln von Pflanzen, Steinspalten, Sandgruben oder Lehmwänden und versorgen ihre Brut ohne Mithilfe ihrer Artgenossen. Als Nahrungsvorrat für die Larven werden entweder Blütenstaub und Nektar in die Brutkammern eingebracht. Die Brutkammern werden dann mit Lehm oder Harz  verschlossen.

Daher haben wir unterschiedliche Nisthilfen gebaut (siehe auch Skizzen und Fotos hierzu):

  1. Holzklötze oder Baumscheiben, die wir waagerecht angebohrt haben,
     
  2. Tonscheiben, in die wir mit unterschiedlich dicken Nägeln Gänge eingedrückt haben und die danach gebrannt wurden,

  3. alte hohle Brombeerstängel oder Holunderstängel, die zu Bündeln gefasst wurden,

  4. Bambusstängel, die wir gebündelt und in offene Büchsen gefüllt haben.

Die Nisthilfen werden dann an einem sonnigen und windgeschützten Platz aufgehängt bzw. in die Fächer der Gartenarche ( siehe Foto ) gefüllt oder eingelegt. Wir haben auch ein Modell gekauft, in das man von der rückwärtigen Seite hineinschauen kann. So kann man in den Gängen, die aus kleinen Glasröhren bestehen, die Entwicklung der Insekten beobachten.

 


Für die Ohrenkneifer haben wir Ohrenkneiferampeln  aus Blumentöpfen und Stroh angefertigt (siehe Infoseite). Diese werden dicht an Ästen oder Astgabeln positioniert.

Für die Florfliegen allerdings haben wir einen Florfliegenkasten  (Foto) gekauft, den wir mit Stroh füllten und der als Unterschlupf benötigt wird. Die Florfliegen erkennen wir an den kristallklaren, fein geäderten Flügeln, der zartgrünen Farbe und den vorstehenden Goldaugen. Florfliegen legen ihre Eier in Lauskolonien ab. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven saugen Blattläuse aus.


Nisthilfe für Ohrenkneifer
Nisthilfenrohr
Nisthilfe für Florfliegen

Der Ohrwurm - Helfer des Gärtners!

Zunächst müssen wir mit alten Vorurteilen aufräumen: Der Ohrenkneifer (Ohrwurm, Forficula auricularia) hat entgegen mancher Vorstellungen keine Möglichkeit zu kneifen, setzt sich auch nicht in die Ohren anderer Lebewesen und hat überhaupt keine Ähnlichkeit mit Würmern! Er ist ein äußerst nützliches Tier, das zu den Geradflüglern gehört.

Damit ist schon klar, dass er Flügel haben muss. Doch wo findet man diese? Wenn man genau hinsieht, dann entdeckt man sehr kleine kurze Vorderflügel  unter denen dreifach gefaltete, durchsichtige Hinterflügel versteckt sind. Mit diesen Flügeln kann der Ohrenkneifer nur  kurze Strecken unbeholfen fliegen. Daher werden sie selten genutzt. Er verlässt sich lieber auf seine 6 Beine, mit denen er sich im Pflanzendickicht, in Sträuchern oder in Bäumen schnell bewegen kann. Er besitzt auch Facettenaugen, doch mit diesen kann er nur schlecht sehen. Da er hauptsächlich in der Dämmerung und in der Nacht als Räuber unterwegs ist, orientiert er sich mit Hilfe seiner langen Fühler.

Ohrenkneifer gelten übrigens als Allesfresser. Sie ernähren sie sich zwar hauptsächlich von Blattläusen, Spinnmilben und Insekteneiern, verschmähen aber andererseits die ein oder andere Blüte auch nicht. Die Zange, die man am Hinterleib der Tiere sieht, wird  - je nach Geschlecht – verschieden ausgebildet. Männchen benutzten sie gelegentlich zur Verteidigung oder um einen Rivalen zu verdrängen. Der Hinterleib wird dann etwas angehoben, die Zange drohend nach oben gestreckt aber der Rivale oder Feind wird nicht  verletzt.


Ohrwurm (Quelle: www.sechsbeine.de)

Tipps für Gartenfreunde

Da die Ohrwürmer als Tages Unterschlupf oder während der Paarungszeit im Herbst nestähnliche Unterschlupfmöglichkeiten aufsuchen, kann man ihnen Ohrwurmtöpfe zur Verfügung stellen.  Diese können leicht selbst gebaut werden. Wir haben dazu Ton (Blumentöpfe), kleine Stöckchen, dicken Blumendraht, Holzwolle und Netze (Orangen- oder Zwiebelnetze ) genommen.

Und so wird alles zusammengebaut:

  1. Draht in ausreichender Länge (mindestens doppelt so lang wie die Topfhöhe) an einem Ende zu einer Spirale drehen (größer als das Loch des Topfes)

  2. Draht durch das Loch des Topfes führen, so dass das gerade Ende weit herausragt

  3. Holzwolle einfüllen und von außen ein Netz festbinden, damit die Holzwolle nicht herausfällt, oder die Holzwolle erst in eine Netz verpacken und dann in den Tontopf drücken, wobei das Netz an der Drahtspirale festgeklemmt werden kann

Ohrwurmtöpfe werden im Frühjahr zunächst am Rand einer Hecke in Bodennähe oder auf einem Holzhaufen deponiert. Ab Juni können die Töpfe dann an Obstbäumen oder in Sträuchern mit Kontakt zu Ästen aufgehängt werden.